Schluss mit „Tisch 1 bis 10“:
Kreative Ideen für eure Tischnamen und für euren Sitzplan
Das Ende der Langeweile
Im letzten Artikel haben wir „Hochzeits-Tetris“ gespielt und die Strategie geklärt: Wer sitzt wo und warum Oma nicht vor dem Lautsprecher geparkt werden sollte. Heute wird es bunt! Denn wenn die Strategie steht, kommt die Kür.
Muss es immer die langweilige Nummer auf dem Tisch sein? „Wir sitzen an Tisch 4“ klingt nach Kantine. Wie wäre es stattdessen mit „Wir sitzen an Tisch New York„ oder „Wir sitzen am fantasTISCH“?
Ich zeige euch heute, wie ihr mit kreativen Namen nicht nur für Lacher sorgt, sondern (Achtung, DJ-Tipp!) sogar die Stimmung beim Buffet steuern könnt.

Teil 1: Namen statt Nummern – Seid kreativ!
Tischnamen sind eine wunderbare Möglichkeit, eurer Hochzeit eine persönliche Note zu geben. Sie sind Gesprächsstoff für die Gäste („Warum sitzen wir eigentlich am Tisch ‚Rom‘?“) und brechen das Eis.
Idee 1: Gemeinsamkeiten & Orte
Verbindet die Namen mit eurer Geschichte oder den Gästen:
- Reiseziele: Orte, an denen ihr wart (Paris, Bali, Wangerland).
- Konzerte/Festivals: Für Musikfans (Rock am Ring, Deichbrand, Wacken).
- Gästegruppen: Benennt die Tische nach dem, was die Gäste verbindet (z.B. „Die Bolzplatz-Helden“ für die Fußballkumpels oder „Die Weltenbummler“ für die Reisefreunde).
Idee 2: Das Wortspiel mit „-TISCH“
Mein absoluter Favorit für Paare mit Humor! Nutzt Adjektive, die auf „-tisch“ enden. Das sorgt garantiert für Schmunzeln, wenn die Gäste ihren Platz suchen. Hier sind ein paar meiner Favoriten für eure Schilder:
- fantasTISCH (Der Brauttisch?)
- romaTISCH (Für die Verliebten)
- bombasTISCH (Für die Party-Crowd)
- optimisTISCH
- giganTISCH
- chaoTISCH (Perfekt für den Kindertisch!)
- akrobaTISCH
- exzoTISCH

Idee 3: Eure Leidenschaften (Der „Angler-Trick“)
Macht euer Hobby zum Thema! Ich habe eine Hochzeit erlebt, da war der Bräutigam leidenschaftlicher Angler. Statt nüchterner Zahlen hießen die Tische:
- Hechte
- Forellen
- Schollen
Der absolute Brüller war aber der Kindertisch. Ratet mal, wie der hieß? Natürlich: „Die Guppys“. Das ist nicht nur witzig, sondern zeigt euren Gästen sofort: Hier steckt eure Persönlichkeit drin. Egal ob ihr Harry Potter liebt (Tisch „Hogwarts“), Autos mögt oder eben angelt – traut euch, eure Leidenschaft zu zeigen!
Teil 2: Der Sitzplan – Das Navigationssystem für eure Gäste
Jetzt haben die Tische tolle Namen wie „fantasTISCH“ oder „Die Hechte“. Aber wie finden die Gäste dorthin? Hier entscheiden oft kleine Details darüber, ob der Einlass entspannt abläuft oder ob sich eine lange Schlange vor dem Saal bildet.
Das Problem: Das „künstlerische Suchbild“
Oft sehe ich wunderschön gestaltete Sitzpläne, die rein grafisch aufgebaut sind: Ein Abbild des Saals mit Kreisen für die Tische, und um jeden Kreis stehen klein die Namen der Gäste.
- Der Vorteil: Man sieht sofort, wo man im Raum sitzt (Fensterplatz? Neben der Bar?).
- Der große Nachteil: Es entsteht ein Stau am Eingang. Jeder Gast muss jeden einzelnen Tisch scannen: „Bin ich an Tisch 1? Nein. Tisch 2? Auch nicht…“ Bei 80 Gästen dauert das ewig, und Oma Erna findet ihren Namen vielleicht gar nicht, weil die Schrift zu verschnörkelt ist.
Die Lösung: Das „Einkaufszentrum-Prinzip“
Macht es wie in einer großen Shopping-Mall. Dort lauft ihr auch nicht planlos herum oder scannt den grafischen Lageplan Laden für Laden ab. Ihr schaut auf das Register: Name -> Nummer -> Lage.
Genau so sollte euer perfekter Sitzplan funktionieren: Kombiniert eine alphabetische Namensliste mit einer visuellen Übersicht.
- Die Liste (Der Index): Links oder am Rand steht eine saubere Liste aller Gäste von A bis Z.
- Müller, Klaus -> Tisch „New York“
- Schmidt, Anna -> Tisch „fantasTISCH“
Das geht blitzschnell. Jeder kennt seinen Nachnamen und findet sofort seinen Zielort.
- Die Grafik (Die Karte): Daneben (oder in der Mitte) ist die grafische Übersicht der Tische. Jetzt weiß Klaus Müller: „Aha, ich bin an Tisch New York, und der steht hinten rechts am Fenster.“
Mit dieser Kombination vermeidet ihr das Gedränge und gebt den Gästen trotzdem die Orientierung im Raum, die sie sich wünschen.
Kreative Highlights (Der Sitzplan als Erlebnis):
Wenn ihr das Prinzip „Name suchen -> Tisch finden“ verstanden habt, könnt ihr es kreativ umsetzen. Ein Sitzplan muss kein Papier an der Wand sein!
- Die „Shot“-Variante (Interaktiv): Auf einem rustikalen Regal stehen kleine Schnapsfläschchen (oder Kurze). Sie sind alphabetisch sortiert! Auf dem Etikett steht der Name des Gastes, auf der Rückseite oder am Flaschenhals die Tischnummer.
- Der Clou: Der „Wegweiser“ ist gleichzeitig der erste Drink für das gemeinsame „Cheers“!
- Für die Kids: Die „Sweet“-Variante mit Lollis oder Schokoriegeln („Die Guppys“).
- Der Spiegel (Edel & Raumvergrößernd): Schreibt die Sitzordnung (alphabetisch!) mit einem weißen Stift auf einen großen Vintage-Spiegel oder eine alte Fensterscheibe. Das sieht unglaublich edel aus und reflektiert die Lichter im Raum.
- Experten-Tipp: Achtet darauf, dass der Spiegel so steht, dass man die Schrift gut lesen kann und sich nicht nur selbst sieht oder vom Licht geblendet wird.

Teil 3: Die Anwendung – Das „Buffet-Spiel“
Hier kommt ein Insidertipp aus meiner DJ-Praxis. Tischnamen sind nicht nur Deko, sie sind ein geniales Werkzeug für die Regie des Abends – besonders beim Buffet.
Nichts ist schlimmer als eine 80 Meter lange Schlange am Buffet, während die letzten Tische 45 Minuten warten müssen. Deshalb rufe ich Tische oft einzeln auf. Mit kreativen Tischnamen machen wir daraus ein Spiel!
Das Musik-Rätsel:
Ich moderiere nicht einfach „Tisch Istanbul darf jetzt essen“, sondern ich spiele einen passenden Song an. Die Gäste müssen erraten, ob sie gemeint sind.
- Tisch „Istanbul“: Ich spiele „Heut fährt die 18 bis nach Istanbul“ (Jürgen Drews). Sobald sie es erkennen, jubeln sie und dürfen los.
- Tisch „New York“: „Empire State of Mind“ oder „Ich war noch niemals in New York“.
- Tisch „Handwerk“ (Arbeitskollegen): „Ich will ein Handwerker sein“ oder „Wer will fleißige Handwerker sehn“.
- Tisch „fantasTISCH“: „Fantastic“ (Die Fantastischen Vier).
Das lockert die Stimmung extrem auf. Statt hungrigem Warten entsteht ein lustiges Musik-Quiz, bei dem jeder Tisch auf seinen „Einsatz“ hinfiebert.
Fazit
Traut euch, von der Norm abzuweichen. Eure Hochzeit ist keine Konferenz mit Tischnummern. Ob mit Wortspielen wie „chaioTISCH“ oder einem musikalischen Buffet-Opening – es sind diese kleinen, durchdachten Details, die euren Gästen im Gedächtnis bleiben (und die uns Dienstleistern die Arbeit versüßen!).
Euer Harald