Walzer, Fox oder Helene-Fischer-Mix?
Warum der Eröffnungstanz eure Geschichte erzählen muss
Es ist der Moment, in dem die Zeit kurz stillsteht. Das Licht wird gedimmt, alle Augen sind auf euch gerichtet. Die ersten Takte erklingen. Der Eröffnungstanz. Für viele Paare ist das pure Panik („Wir können gar nicht tanzen!“), für andere das Highlight des Abends.
Als Hochzeits-Experte erlebe ich in den Vorgesprächen immer wieder, wie viel Bedeutung dieser eine Song hat. Oft ist es das Lied, das beim ersten Kuss lief. Oder der Song vom gemeinsamen Roadtrip durch Italien. Es ist euer Soundtrack. Und genau deshalb finde ich es so schade, wenn Paare denken: „Wir müssen jetzt aber einen Wiener Walzer tanzen, weil man das halt so macht.“
Spoiler: Müsst ihr nicht. Ich möchte euch heute ein paar Geschichten von meinen Brautpaaren erzählen, die zeigen: Erlaubt ist, was euch gefällt. Und manchmal helfe ich ein bisschen nach, damit es perfekt wird.

Wenn aus Tanzen eine Show wird:
Der „Crazy Wedding Dance“
Ich erinnere mich an ein Paar, das zu mir sagte: „Harald, wir wollen keinen Standard-Tanz. Wir wollen Action.“ Die beiden hatten sich eine komplette Choreografie überlegt. Sie kamen nicht mit einem Lied, sondern mit einer ganzen Liste an Titeln und genauen Zeitangaben, wann welcher Wechsel kommen soll.
Hier kam mein Part ins Spiel – lange vor der Hochzeit. Ich habe mich in mein „Studio“ gesetzt und ihnen einen ganz individuellen Mix erstellt. Übergänge, Cuts, Effekte – genau so, wie sie es brauchten. Die beiden haben damit 6 Monate lang geübt. Am Abend selbst war ich dann genauso aufgeregt wie sie. Als der Mix lief und jeder Schritt saß, tobte der Saal.
Ein anderes Beispiel? Ein Paar war riesiger Helene-Fischer-Fan. Aber einfach nur „Atemlos“ laufen lassen? Zu langweilig. Sie wollten eine Geschichte erzählen. Also haben sie sich Textpassagen aus verschiedenen Helene-Songs ausgesucht, die ihren gemeinsamen Weg beschreiben. Auch hier habe ich die Schere angesetzt und einen exklusiven Helene-Megamix gebaut, den es so nirgendwo zu kaufen gibt. Das Ergebnis: Gänsehaut pur (und eine volle Tanzfläche direkt danach).
Die 5-Minuten-Falle
und wie ich sie löse
Vielleicht habt ihr aber auch „euren Song“ gefunden – eine wunderschöne Ballade, zum Beispiel von Ed Sheeran oder Metallica (ja, auch das geht!). Das Problem: Der Song geht im Original 5:30 Minuten. Glaubt mir: Fünf Minuten allein auf der Tanzfläche können sich anfühlen wie drei Stunden. Und auch für die Gäste wird es irgendwann langatmig.
Viele Paare fragen mich dann: „Können wir einfach früher ausblenden?“ Klar, kann man machen. Aber oft wirkt das abrupt und „abgewürgt“. Meine Lösung ist die Audio-Chirurgie. 😉
Wenn ihr mir euren Wunschtitel nennt, nehme ich ihn mir vor. Ich entferne behutsam eine Strophe oder kürze das instrumentale Solo, sodass der Song musikalisch logisch bleibt, aber nur noch knackige 3:30 Minuten lang ist. Ihr tanzt zu eurem Lieblingslied – aber ohne die Längen. Perfekt für euch, perfekt für die Gäste.
Der Übergang zur Party
Egal ob Walzer, Discofox oder eigener Mix – die wichtigste Frage kommt danach: Wie kriegen wir jetzt alle anderen auf die Tanzfläche? Nichts ist schlimmer als dieser peinliche Moment der Stille nach dem Applaus.
Genau das planen wir im Detailgespräch minuziös.
- Soll ich die Gäste per Mikrofon dazu holen?
- Oder mixe ich den Eröffnungstanz direkt in einen Party-Hit, sodass alle automatisch mitwippen? Es gibt viele Wege. Wichtig ist nur, dass wir den Weg wählen, der zu euch passt.
Fazit & Inspiration
Lasst euch nicht von Traditionen stressen. Wenn ihr Walzer liebt – super! Wenn ihr lieber zu AC/DC headbangt – auch super! Und wenn der Song zu lang ist oder ihr einen verrückten Mix braucht: Dafür habt ihr mich.
Noch mehr Tipps, welche Tänze es gibt und wie der klassische Ablauf aussieht, habe ich euch in meinem Hochzeits-Guide zum Eröffnungstanz zusammengestellt.
Traut euch, euren eigenen Rhythmus zu finden!
Euer Harald