DAS DREIECK DER INTERESSEN
Musikwünsche & No-Gos
Onkel Werner will Polonäse. Ihr wollt das nicht. Wie eine No-Go-Liste das vorher klärt – statt am Abend selbst.

Die Feier läuft. Die Tanzfläche ist voll, die Stimmung passt – und dann steht Onkel Werner am DJ-Pult. Er will Polonäse. Sofort.
Genau hier entsteht das Spannungsfeld jeder Hochzeit:
- Ihr habt einen Musikgeschmack.
- Eure Gäste haben Wünsche.
- Und ich habe ein Ziel – die Tanzfläche voll zu halten, ohne euren Abend zu kapern.
Drei Interessen, ein Abend. Damit daraus kein Kompromiss auf eure Kosten wird, arbeite ich mit einem einfachen Werkzeug: der No-Go-Liste.“
Warum ich euch nach dem frage, was ihr NICHT wollt
In unseren Vorgesprächen sprudeln Paare oft über vor Ideen, welche Songs sie lieben. Das ist super! Aber fast noch wichtiger ist die Frage: Was sind eure absoluten Stimmungskiller?
Oft sind es nicht nur Genres, sondern ganz konkrete Auslöser:
- Bestimmte Titel: „Bitte kein ‚Aloha Heja‘ – wir wollen nicht, dass die Leute auf dem Boden rudern.“
- Spezielle Interpreten: „Jan Delay seine Stimme macht mich aggressiv“ oder „Auf gar keinen Fall die Böhse Onkelz.“
- Erinnerungen: Manchmal ist es ein eigentlich schöner Song, der aber der „Unser Lied“ mit dem Ex-Partner war. Weg damit!
Typische Kandidaten für die rote Liste, die mir oft begegnen:
- Genres: Malle-Party, Hardstyle, Assi-Deutsch-Rap oder klassischer Schlager.
- Interpreten: Helene Fischer, Rammstein (zu hart für Oma?), Wendler.
Tabu ist nicht gleich Tabu – Die feine Abstufung
Jetzt wird es strategisch. Wenn wir eure No-Gos besprechen, gehe ich ins Detail. Denn es gibt zwei Arten von Verboten:
1. Die „harte Verbannung“
Das bedeutet: Dieser Song/Interpret läuft unter keinen Umständen. Egal, wer sich das wünscht. Selbst wenn die Schwiegermutter persönlich vor mir steht. Meine Strategie: Ich bin dann euer diplomatischer Schutzschild. Ich sage dem Gast freundlich, aber bestimmt: „Du, ich würde das gerne spielen, aber das Brautpaar hat diesen Stil für heute explizit ausgeschlossen. Wir spielen den Song in Gedanken woanders.“ Der Gast ist nicht sauer auf mich (ich mache ja nur meinen Job) und ihr bleibt verschont.
2. Die „softe Verbannung“ – geduldet für die Stimmung
Manchmal sagen Paare: „Eigentlich hassen wir Schlager. Aber wenn die Stimmung um 2 Uhr morgens kippt und alle es wollen… dann spiel halt einen.“ Das ist wichtig für mich zu wissen. Hier bin ich der Filter. Ich wäge ab: Zerstört dieser Wunsch gerade den Vibe oder rettet er ihn?
Meine 3 Experten-Tipps zum Umgang mit Wünschen
Damit wir am Abend gar nicht erst in die Bredouille kommen, könnt ihr schon bei der Planung viel richtig machen.
Tipp 1: Wunschkarten auf den Tischen? Lieber nicht.
Es sieht nett aus, ist aber für den DJ (und die Party) der Horror. Warum? Ein Gast schreibt „Highway to Hell“ auf eine Karte und gibt sie mir während des Desserts. Er erwartet, dass der Song gleich kommt. Wenn ich ihn nicht spiele (weil es nicht passt), ist er enttäuscht. Besser: Die Gäste sollen direkt zu mir kommen. Im Gespräch kann ich erklären, wann der Song passt – oder warum er heute nicht läuft.
Tipp 2: Die Einladung ist kein Wunschkonzert.
Schreibt bitte nicht in die Einladung: „Schickt uns eure Songwünsche vorab!“Ihr endet mit einer Liste aus 150 Songs, von Death Metal bis Kinderliedern, und habt das Gefühl, ihr müsstet alles „abarbeiten“. Das ist eure Hochzeit, kein Wunschkonzert der Volkshochschule.
Tipp 3: Ich lese den Raum – ihr müsst das nicht.
Ich bin nicht nur da, um Play drücken. Ich bin da, um die Energie im Raum zu lesen. Wenn ich merke, dass ein Wunsch die Tanzfläche leeren würde, dann spiele ich ihn nicht (oder erst ganz spät). Wenn ich merke, dass ein „No-Go“ (vielleicht doch ein Helene Fischer Song) die Party retten würde, schaue ich kurz zu euch rüber und hole mir ein Zeichen.
Fazit: Eure Party, eure Regeln
Musik ist Emotion. Und schlechte Emotionen – weil der falsche Song im falschen Moment läuft – wollen wir vermeiden. Die No-Go-Liste ist dafür euer wichtigstes Werkzeug. Nicht weil ihr kontrollsüchtig seid, sondern weil ihr wisst, was euch wichtig ist.
Schreibt sie auf. Seid ehrlich. Und vertraut darauf, dass ich am Abend den Rest manage – damit Onkel Werner glücklich ist, die Tanzfläche voll bleibt und ihr nie „Atemlos“ hören müsst, wenn ihr es nicht wollt.
Friesland · Wilhelmshaven · Ostfriesland
Eure Hochzeit
ist kein Experiment.
Welche No-Gos bei euch wirklich zählen und wie ich Musikwünsche eurer Gäste steuere, ohne euren Stil zu verwässern – das besprechen wir im Kennenlerngespräch bei euch zu Hause.
Über 100 Hochzeiten begleitet.
Bekannt als „der DJ mit den Herzen“.

