Wedding Content Creator
Warum ihr dafür niemanden buchen müsst
Scrollt ihr auch mal durch Instagram oder TikTok? Dann kennt ihr diesen Trend: Kurze, witzige, hochformatige Videos von der Party. Nichts Gestelltes, keine Zeitlupe mit Geigenmusik, sondern pure Stimmung. Der Fachbegriff dafür ist „Wedding Content Creator“. Das sind Dienstleister, die den ganzen Tag mit dem Handy neben euch herlaufen, um genau diese „Reels“ zu drehen. Das Ergebnis ist cool – der Preis oft weniger (schnell mal 1.000 € extra).
Aber wisst ihr was? Ihr braucht das nicht. Denn als euer DJ und Hochzeits-Experte habe ich eine Strategie (und die Technik) entwickelt, mit der wir genau diese Momente einfangen. Kostenlos, authentisch und mitten aus dem Party-Getümmel.

Meine Geheimwaffe: Warum ich immer zwei GoPros dabei habe
Ich bringe zu jeder Trauung und Feier standardmäßig zwei spezielle Action-Cams mit. Und nein, das sind nicht einfach nur Kameras, das sind kleine Technik-Wunder, die genau für laute Partys gebaut sind.
Warum das besser ist als jedes Handy-Video von Onkel Werner?
- Der Ton (MediaMod): Habt ihr schon mal ein Handy-Video von der Tanzfläche gesehen? Man hört meistens nur „Krrccchhhh Bumm Bumm“. Meine Kameras haben spezielle Richtmikrofone. Wenn ich jemanden interviewe, versteht man jedes Wort glasklar, auch wenn im Hintergrund die Hütte brennt.
- Das Bild (Max Lens Mod): Auf der Tanzfläche ist es eng. Mit einem normalen Handy sieht man oft nur Gesichter im Anschnitt. Durch ein spezielles Weitwinkel-Objektiv fangen meine Kameras die ganze Action ein.
- Die Ausdauer (Volta Griff): Das Wichtigste: Die Kameras stecken in einem Griff, der gleichzeitig ein riesiger Akku ist. Wir können die ganze Nacht filmen, ohne dass der Saft ausgeht. Und man kann den Griff ausklappen und die Kamera als Stativ hinstellen.
Der Faktor Mensch: Wer filmt eigentlich?
Die beste Technik bringt nichts, wenn sie keiner bedient. Oft höre ich: „Das können doch die Trauzeugen machen!“
Mein dringender Rat: Bitte nicht. Eure Trauzeugen haben schon genug Jobs (Spiele koordinieren, Kleid richten, Händchen halten). Lasst sie feiern!
Wir suchen uns stattdessen die „Rampensäue“ unter den Gästen. Manchmal weiß das Brautpaar schon vorher: „Der Cousin Felix, der liebt sowas!“ Wenn nicht, helfe ich als Moderator nach.
Mein Lieblings-Trick beim Eröffnungstanz: Bevor ihr loslegt, schnappe ich mir das Mikro: „Damit unser Brautpaar später zusammen mit ihrem Tanzlehrer die Choreografie analysieren kann, brauche ich jetzt zwei Freiwillige, die diese Kamera hier (ich halte sie hoch) voll draufhalten!“ Glaubt mir, es finden sich immer zwei Gäste, die diesen „wichtigen Job“ lieben. Und zack – habt ihr die besten Perspektiven, direkt vom Rand der Tanzfläche.
Die besten Skripte: Was filmen wir?
Wir machen keinen Hollywood-Film. Wir machen Spaß-Content. Hier sind meine drei Favoriten, die immer funktionieren:
1. Der rasende Reporter (beim Empfang)
Oft schnappe ich mir selbst die Kamera, mische mich unter die Gäste und spiele Reporter: „Was wünscht ihr den beiden?“ oder „Wer von den beiden hat zu Hause die Hosen an?“. Das lockert die Stimmung sofort auf und ihr habt später wunderschöne O-Töne.
2. Der Trend: „Mein erstes Getränk…“
Das kennt ihr bestimmt von Social Media. Der Kameramann geht rum und die Gäste sagen: „Hallo, ich bin Lisa und das ist mein erstes Glas Sekt.“ Schnitt. 4 Stunden später. „Hallo, isch bin die Lisa… und das ist mein… öh… fünftes?“ Mit zunehmendem Pegel und fortschreitender Party werden diese Zusammenschnitte pures Gold für eure Lachmuskeln.

3. Die Polonäse-Cam (POV)
Wenn die Stimmung kocht und eine Polonäse durch den Saal zieht, drücke ich der Braut die Kamera in die Hand (dank des Griffs hält die bombenfest). Sie filmt sich selbst beim Laufen oder filmt nach hinten in die Schlange. Oder wir geben die Kamera in der Schlange nach hinten weiter – von Hand zu Hand. Das gibt super witzige „Selfie-Übergaben“.
Konkurrenz oder Ergänzung? Ein Wort zum Videografen
Ich werde oft gefragt: „Harald, ersetzt deine GoPro dann den Videografen?“ Ganz klare Antwort: Nein. Und das soll sie auch gar nicht.
Ein professioneller Videograf wie mein geschätzter Kollege Tim von Glücksfänger (schaut mal hier: gluecks-faenger.de) macht Kunst. Er fängt die großen Emotionen, das Ja-Wort, die Tränen der Oma und die kinoreifen Momente in perfekter Qualität ein. Das ist ein Film für die Ewigkeit.
Meine „kleinen Dinger“ sind die perfekte Ergänzung dazu. Tim und ich haben schon einige Hochzeiten zusammen gerockt und er ist immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten. Während er sich auf die emotionalen Highlights und den perfekten Bildausschnitt konzentriert, sind meine GoPros mitten im „Dreck“ auf der Tanzfläche, wo es wackelt, laut ist und gelacht wird. Die Kombination aus beidem – dem emotionalen Hochzeitsfilm und den wilden Party-Clips – ist für mich das ultimative Paket an Erinnerungen.
Und wohin mit den Videos?
(Der Service am Tag danach)
Am nächsten Morgen wacht ihr auf und wollt sehen, was passiert ist. Wenn ihr ein Online-Fotoalbum nutzt (Hier ein eigener Beitrag zum Thema „Foto-Apps„), habe ich einen Service für euch: Ich lade oft schon am Folgetag die ersten lustigen Clips und Ausschnitte in euer Album.
Der psychologische Trick dabei: Wenn eure Gäste sehen: „Oh, da sind ja schon Videos drin!“, dann trauen sie sich auch, ihre eigenen Handy-Videos hochzuladen. So entsteht ganz automatisch eine riesige Sammlung aus allen Perspektiven.
Fazit: Mut zur Lücke!
Macht euch keinen Stress mit perfekten Videos. Eine Hochzeit lebt von den echten, verwackelten, lauten und lachenden Momenten. Ich bringe die Technik mit, ihr bringt die Gäste mit Bock auf Action – und zusammen machen wir Content, den ihr euch auch in 20 Jahren noch gerne anschaut.