GERANGEL, GLÜCK UND EIN GEHEIMNIS
Der Brautstraußwurf
Tradition, Gerangel, und manchmal eine Überraschung. Plus: Was direkt nach dem Fangen passiert – und kaum jemand erwartet.

Stellt euch vor: Die Braut steht mit dem Rücken zur Gruppe, schwingt den Strauß über die Schulter – und dann bricht Chaos aus. Zehn Frauen stürzen sich gleichzeitig auf den fliegenden Blumenstrauß, einer stolpert, eine andere springt, und am Ende hält ihn die, mit der niemand gerechnet hat.
Der Brautstraußwurf ist eine der ältesten Hochzeitstraditionen – und eine der unterhaltsamsten. Nicht, weil alle wirklich glauben, dass die Fängerin als Nächste heiratet. Sondern weil dieser Moment für Lacher sorgt. Für Spannung. Und manchmal für echte Überraschungen.
Ich habe Brautstraußwürfe erlebt, bei denen die beste Freundin den Strauß gefangen hat – und drei Monate später verlobt war. Ich habe welche erlebt, bei denen die kleine Cousine den Strauß geschnappt hat – und alle gelacht haben. Und ich habe welche erlebt, bei denen niemand den Strauß wollte – und die Braut ihn zweimal werfen musste.
Der Brautstraußwurf ist kein Muss. Aber wenn ihr ihn macht, macht er Spaß.
Hinweis: Dieses Video zeigt den Wurf des Brautstraußes auf einer echten Hochzeit. Zum Schutz der anwesenden Gäste ist die Aufnahme bewusst leicht unscharf, und aus urheberrechtlichen Gründen wurde auf Musik verzichtet.
Warum ist der Brautstraußwurf so beliebt?
„Wer den Brautstrauß fängt, heiratet als Nächste“ – kaum jemand nimmt diese alte Überlieferung wörtlich, und trotzdem steckt etwas Schönes darin. Dazu kommt der reine Unterhaltungswert: Das Gedränge, die Vorfreude, die überraschte Gewinnerin – das aktiviert die ganze Gesellschaft und sorgt für gute Stimmung.
Und der Strauß selbst ist mehr als nur Blüten. Er steht für euer Liebesglück – und für den Wunsch, dass auch andere dieses Glück einmal erleben dürfen.
Wie läuft der Brautstraußwurf ab?
Ich rufe alle unverheirateten Frauen auf die Tanzfläche. Manche kommen sofort, andere brauchen einen Moment – wer nicht will, bleibt sitzen, ganz ohne Diskussion.
Die Braut dreht sich mit dem Rücken zur Gruppe, schwingt den Strauß über die Schulter und wirft ihn.
Dann beginnt das Gerangel: Manche springen, andere bleiben eher passiv – und am Ende hält ihn meist jemand, mit dem vorher niemand gerechnet hat.
Für die Fängerin gibt es Applaus und Jubel, manchmal ein kurzes, lockeres Interview. Und natürlich darf sie den Strauß behalten, als Andenken.
Der Tipp: Ein zweiter Strauß
Viele Bräute möchten ihren Brautstrauß behalten – als Erinnerung an den Tag. Aber gleichzeitig wollen sie die Tradition des Brautstraußwurfs nicht verpassen.
Die Lösung: Ein zweiter, kleinerer Strauß – extra für den Wurf.
Der Florist kann euch einen „Wurfstrauß“ machen, der ähnlich aussieht wie euer Original, aber kleiner und günstiger ist. So könnt ihr euren echten Strauß behalten – und trotzdem die Tradition leben.
Mein Tipp:
Sprecht mit eurem Floristen. Die meisten machen das regelmäßig und wissen genau, was funktioniert.
Wann sollte der Brautstraußwurf stattfinden?
Der Brautstraußwurf findet klassischerweise während der Party statt – oft in der Mitte oder gegen Ende, wenn die Stimmung schon gelöst ist.
Mögliche Zeitpunkte:
1. Nach dem Tortenanschnitt
Die beiden Programmpunkte lassen sich gut kombinieren. Erst die Torte, dann der Brautstrauß – und danach geht’s weiter mit der Party.
2. Mitten in der Party
Der Brautstraußwurf als kleiner Programmpunkt zwischendurch. Unterbricht kurz die Tanzfläche, sorgt für Abwechslung, und dann geht’s weiter.
3. Gegen Ende der Party
Kurz bevor die ersten Gäste gehen. Ein letzter Höhepunkt, bevor der Abend ausklingt.
Mein Tipp:
Plant den Brautstraußwurf nicht zu spät. Wenn schon viele Gäste weg sind, fehlt die Dynamik.
Was, wenn niemand den Strauß fangen will?
Das passiert manchmal. Die unverheirateten Frauen stehen da, keiner bewegt sich, und der Strauß fliegt ins Leere.
Was tun?
- Vorher Stimmung machen: Ich kündige den Wurf an, mache ein bisschen Show draus, und motiviere die Frauen, mitzumachen.
- Humor einbauen: „Wer will als Nächste heiraten? Niemand? Na gut, dann werfen wir eben zweimal!“
- Notfalls überspringen: Wenn wirklich niemand will, könnt ihr den Wurf auch einfach lassen. Kein Drama.
Ein Punkt ist mir dabei wichtig: Niemand wird gezwungen. Viele Frauen haben heute keine Lust mehr, sich wegen einer Tradition als Single vorführen zu lassen – und das ist ihr gutes Recht. Wer nicht mitmachen will, bleibt einfach sitzen. Kein Nachfragen, kein Augenzwinkern, kein „Ach komm schon“.
Ein absolutes No-Go ist es, Gäste namentlich aufzurufen und aufzufordern, sich dorthin zu stellen, wo der Strauß vermutlich landet. Das erzeugt genau den gegenteiligen Effekt: Selbstbewusste Frauen strecken dann demonstrativ nicht die Hand aus, treten bei Seite und lassen den Strauß bewusst zu Boden fallen – ein klares Zeichen, dass sie darauf keine Lust hatten. Der Moment kippt, und zwar unnötig, denn der Brautstraußwurf soll für Freude stehen, nicht für Druck.
Meine Regel: Ich lade ein, ich dränge nicht. Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen. Wer nicht, genießt den Moment einfach vom Tisch aus.
Varianten des Brautstraußwurfs
1. Der klassische Wurf
Die Braut wirft über die Schulter, ohne zu schauen. Klassisch, bewährt, funktioniert.
2. Der gezielte Wurf
Die Braut dreht sich um und wirft gezielt zu einer bestimmten Person – der besten Freundin, der Schwester, oder der Cousine. Weniger Zufall, mehr Emotion.
3. Der Stofftier-Wurf
Statt des echten Brautstraußes fliegt ein kleiner Plüsch-Vogelstrauß durch die Luft – selbst im Miniatur-Brautkleid. Der Ablauf bleibt gleich, nur das Wurfobjekt wechselt.
Das nimmt dem Moment die ernste Symbolik und macht daraus reinen Spaß. Nebeneffekt: Ein Stofftier übersteht ein wildes Gerangel deutlich besser als ein empfindlicher Blumenstrauß. Passt zu Paaren mit Humor, die die Tradition trotzdem nicht auslassen wollen.
4. Verteilung statt Wurf
Anders als beim gezielten Wurf entscheidet hier kein Wettkampf und keine einzelne Zielperson. Die Braut geht direkt auf die wartenden Frauen zu und überreicht jeder Einzelnen persönlich eine Blume aus einem speziell dafür gebundenen Strauß.
Kein Gerangel, keine Enttäuschung für die, die sonst leer ausgehen. Stattdessen ein ruhiger Moment für jede Frau, die dabei ist – die Braut teilt ihr Glück bewusst mit allen statt mit einer Einzelnen. Wichtig: Der Strauß muss beim Floristen extra so gebunden werden, dass sich einzelne Blumen entnehmen lassen, ohne dass er auseinanderfällt – das rechtzeitig ansprechen.
5. Bänder zieher
Die aufwendigste, aber auch spannendste Variante. Um den Brautstrauß liegt ein Ring, an dem Bänder befestigt sind – jedes hält eine unverheiratete Frau. Alle laufen im Kreis um die Braut, die mit geschlossenen Augen nach und nach einzelne Bänder herauszieht. Wer gezogen wird, scheidet aus, bis am Ende eine übrig bleibt.
Der Unterschied zum klassischen Wurf: Die Spannung baut sich über mehrere Minuten auf, statt in einer Sekunde entschieden zu sein – ein eigener kleiner Showmoment. Braucht Vorbereitung (Ring mit Bändern muss fertig mitgebracht werden) und funktioniert am besten mit einer überschaubaren Teilnehmerinnenzahl.
6. Die persönliche Übergabe
Kein Wettbewerb, keine Tradition im klassischen Sinn – die Braut übergibt ihren Strauß bewusst an eine einzige, für sie wichtige Person: eine enge Freundin, die Mutter oder Schwiegermutter. Als Dankeschön für Jahre der Unterstützung.
Hier steht die Empfängerin von vornherein fest, das macht den emotionalen Wert aus. Wichtig für die Umsetzung: vorher klären, ob dazu ein paar Worte gesprochen werden sollen, damit der Moment nicht unvorbereitet wirkt. Geht der Strauß an Mutter oder Schwiegermutter, lässt sich das gut mit dem Vater-Tochter-Tanz kombinieren.
Übrigens: Wer mag, kombiniert den Brautstraußwurf zusätzlich mit einem Strumpfband-Wurf für die unverheirateten Männer – dann „gewinnt“ der Fänger zusammen mit der Straußfängerin.
Meine Rolle als euer DJ beim Brautstraußwurf
Der Brautstraußwurf ist ein kurzer, aber unterhaltsamer Moment – und ich sorge dafür, dass er funktioniert:
- Ich rufe die Frauen zusammen: Motivierend, humorvoll, und so, dass alle Lust haben mitzumachen.
- Ich mache Stimmung: Mit der richtigen Musik, der richtigen Ankündigung, und etwas Show.
- Ich begleite den Moment: Musik läuft im Hintergrund, Spannung steigt, und dann: der Wurf.
- Ich feiere die Fängerin: Applaus, ein kleiner Kommentar, vielleicht ein Song und dann geht’s weiter.
Ihr werft, ich sorge für die richtige Atmosphäre.
Häufige Fragen zum Brautstraußwurf
Müssen wir den Brautstraußwurf machen?
Nein. Es ist eine Tradition, kein Muss. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, lasst es.
Was, wenn wir nur wenige unverheiratete Frauen haben?
Dann macht es trotzdem – auch mit drei Frauen kann es Spaß machen. Oder ihr lasst alle Frauen mitmachen, egal ob verheiratet oder nicht.Wenn Ihr es noch moderner machen wollt, ladet alle Gäste, die ein Stück Glück fangen möchten dazu ein.
Können wir den Strauß auch verlosen statt werfen?
Klar. Lose verteilen, ziehen, und die Gewinnerin bekommt den Strauß. Weniger Chaos, mehr Kontrolle.
Was passiert mit dem Strauß danach?
Die Fängerin nimmt ihn mit nach Hause – als Glücksbringer und Erinnerung an eure Hochzeit.
Der Brautstraußwurf ist ein Moment der Freude
Der Brautstraußwurf ist keine tiefgründige Tradition. Er ist einfach nur: Spaß. Ein Moment, in dem alle lachen, mitfiebern, und sich freuen – egal, wer den Strauß fängt.
Und manchmal ist genau das der Punkt. Nicht jeder Moment muss symbolisch oder emotional sein. Manchmal reicht es, wenn er einfach nur gute Laune macht.
Ich helfe euch, den Brautstraußwurf in den Ablauf einzubauen – vom Timing über die Ankündigung bis zur Musik.
Was nach dem Wurf passiert – mein persönliches Highlight
Der Brautstraußwurf ist schön. Aber was danach passiert, ist mein liebster Moment des ganzen Abends.
Ich frage die Fängerin kurz und leise: Hat sie ihren Partner dabei? Wenn ja, lade ich sie zu etwas ein, womit sie nicht gerechnet hat.
Sie und ihr Partner bekommen einen exklusiven Tanz – nur für sie beide, zusammen mit dem Brautpaar, das ebenfalls auf die Tanzfläche kommt. Nicht als Show, sondern als Unterstützung. Damit die Fängerin nicht alleine im Rampenlicht steht, sondern umgeben von Menschen, die sie mögen.
Dann kommt die Frage: Was möchtest du tanzen?
Für was würdest du dich entscheiden?
Discofox
Langsamer Walzer
Cha Cha Cha
Was sie nicht weiß: Egal was sie wählt – ich lege einen Titel auf, den es so nirgendwo zu kaufen gibt. Alle drei Songs habe ich speziell für diesen Moment produziert. Und der Text dreht sich genau um diesen Augenblick – um den gefangenen Strauß, um den Tanz, um den Moment, der gerade passiert.
Früher habe ich für diesen Moment immer „The Time of My Life“ gespielt. Der Song hat sofort alle berührt – aber er ist kaum zu tanzen. Mehr als ein Partner hat spontan eine Hebefigur wie in Dirty Dancing versucht. Es ging so gut wie nie gut aus.
Heute gibt es einen Song, der passt. Zum Tanz, zum Moment und zu den Menschen, die gerade auf der Fläche stehen.
Friesland · Wilhelmshaven · Ostfriesland
Eure Hochzeit
ist kein Experiment.
Welche Variante des Brautstraußwurfs zu eurer Feier passt und was danach passiert, klären wir im Kennenlerngespräch bei euch zu Hause.
Über 100 Hochzeiten begleitet.
Bekannt als „der DJ mit den Herzen“.

